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Kostenloses Girokonto: Worauf es bei den Bedingungen ankommt

Girokonto kostenlos? Sechs Kontomodelle mit Bedingungen, Kartenpreisen und Jahreskosten (Stand 23.10.2026) und die Punkte, die Sie vorher prüfen sollten.

August Gutsche8 Min. Lesezeit
In diesem Artikel7
  1. Welche Bank hat ein Gratis Girokonto?
  2. Bei welcher Bank ist das Konto kostenlos?
  3. Hat die Sparkasse ein kostenloses Girokonto?
  4. Welche Bank bietet das beste Girokonto?
  5. Welches Girokonto ist wirklich kostenlos?
  6. Häufig gestellte Fragen
  7. Quellen
Symbolbild: Eine Person vergleicht am Laptop die Konditionen verschiedener Girokonten, daneben liegen Kontoauszug und Bankkarte
Symbolbild: Eine Person vergleicht am Laptop die Konditionen verschiedener Girokonten, daneben liegen Kontoauszug und Bankkarte

Ein kostenloses Girokonto gibt es in Deutschland bei mehreren Banken, aber selten ohne Kleingedrucktes. Ob ein Girokonto kostenlos bleibt, entscheidet meist eine Bedingung: ein Mindestgeldeingang pro Monat, ein Höchstalter oder ein bestimmter Kontostatus. Die Finanzaufsicht formuliert es in ihrem eigenen Kontenvergleich deutlich: Ein Konto mit einem monatlichen Entgelt von 0,00 Euro ist nicht immer kostenlos.[1] Dieser Beitrag zeigt, welche Banken eine Kontoführung für 0 Euro anbieten, woran sie das knüpfen und wie Sie die tatsächlichen Kosten für Ihre Situation ausrechnen.

Welche Bank hat ein Gratis Girokonto?

Ein Gratis-Girokonto bieten sowohl Direktbanken als auch Smartphone-Banken an, mit unterschiedlichen Bedingungen. Die Tabelle fasst sechs Kontomodelle zusammen, wie die Anbieter sie am 23. Oktober 2026 auf ihren eigenen Seiten beschreiben. Sie ist eine Auswahl bekannter Modelle, kein vollständiger Marktüberblick.

KontoKontoführung pro MonatBedingung für 0 EuroDebit- oder Girocard
C24 Smart (C24 Bank)0 EurokeineMastercard und Girocard ohne Entgelt
N26 Standard0 Eurokeinevirtuelle Karte ohne Entgelt, physische Karte einmalig 10 Euro
DKB Girokonto0 Euro, sonst 4,50 Euro700 Euro Geldeingang im Monat oder unter 28 JahrenVisa Debitkarte ohne Entgelt, Girocard 0,99 Euro im Monat
ING Girokonto0 Euro, sonst 4,90 Euro1.000 Euro Geldeingang im Monat oder unter 28 JahrenVisa Debitkarte ohne Entgelt, Girocard 1,49 Euro im Monat
Commerzbank GiroKonto4,90 Euroentfällt, kein Geldeingang vorausgesetztGirocard enthalten
Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Giro Privat M5,95 Euroentfälltdigitale Sparkassen-Card enthalten

Die Werte stammen von den Seiten der Anbieter: C24,[2] N26,[3] DKB,[4] ING,[5] Commerzbank[6] und die Entgeltinformation der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg vom 1. Oktober 2026.[7] Den Preis von 4,90 Euro für ein ING-Konto ohne den nötigen Geldeingang nennt die ING in ihrem Kundenanschreiben zur Änderung zum 1. Dezember 2024; seitdem liegt die Grenze bei 1.000 statt 700 Euro.[8] Konditionen ändern sich, deshalb gilt die Tabelle nur mit ihrem Stand.

Bei welcher Bank ist das Konto kostenlos?

Kostenlos ist das Konto bei der Bank, deren Bedingung Sie dauerhaft erfüllen. Drei Arten von Bedingungen kommen am häufigsten vor:

  • Mindestgeldeingang: Die DKB verlangt 700 Euro im Monat, die ING 1.000 Euro. Wer darunter bleibt, zahlt bei der DKB 4,50 Euro und bei der ING 4,90 Euro im Monat.
  • Alter: Bei DKB und ING entfällt die Bedingung für alle unter 28 Jahren. Mit dem 28. Geburtstag gilt dann die Geldeingangsgrenze.
  • Keine Bedingung: C24 Smart und N26 Standard nennen weder einen Mindestgeldeingang noch eine Altersgrenze. N26 schreibt ausdrücklich, das Standardkonto habe weder Kontoführungsgebühren noch Mindestbeträge.[3]
Stufendiagramm der jährlichen Kontoführung nach monatlichem Geldeingang: Die DKB kostet ohne Bedingung 54 Euro im Jahr und ab 700 Euro Geldeingang nichts, die ING 58,80 Euro im Jahr und ab 1.000 Euro nichts; markiert ist der Bereich von 700 bis 1.000 Euro, in dem nur die ING kostet.
Zwischen 700 und 1.000 Euro monatlichem Geldeingang ist die Kontoführung bei der DKB kostenlos, bei der ING kostet sie 58,80 Euro im Jahr (Kontoinhaber ab 28 Jahren, ohne Karten, Stand 23. Oktober 2026).

Eine Bedingung wirkt manchmal auch an anderer Stelle als bei der Kontoführung. Die DKB nennt für die eingeräumte Kontoüberziehung zwei Sollzinsen: 9,06 Prozent mit Aktivstatus und 9,66 Prozent ohne.[4] Wer den Dispo nutzt, zahlt den Unterschied also zusätzlich, auch wenn die Kontoführung selbst kostenlos bleibt.

Offen bleibt bei vielen Banken, welche Zahlungen als Geldeingang zählen. Die Verbraucherzentrale NRW hat das im November 2020 bei zehn Banken abgefragt. Einige Institute akzeptierten jede Gutschrift, andere nur Gehalt, gesetzliche Rente und Lohnersatzleistungen; Mieteinnahmen und Eigenüberweisungen fielen dort heraus. Keine der befragten Banken listete im Preisverzeichnis detailliert auf, welche Geldzuflüsse sie anerkennt und welche nicht.[9] Die Stichprobe ist älter und die Grenzen haben sich seitdem geändert. Die Frage selbst sollten Sie vor einem Wechsel trotzdem stellen, am besten schriftlich.

Für die Praxis heißt das: Wer ein regelmäßiges Gehalt oberhalb der Grenze auf das Konto bekommt, erfüllt die Bedingung in der Regel ohne Aufwand. Schwieriger wird es bei schwankendem Einkommen, in Elternzeit, bei Arbeitslosigkeit oder wenn das Gehalt auf ein anderes Konto geht. Dann ist ein Konto ohne Bedingung oder mit niedriger Grenze die verlässlichere Wahl.

Hat die Sparkasse ein kostenloses Girokonto?

Eine einheitliche Antwort für alle Sparkassen gibt es nicht: Jede Sparkasse ist ein eigenes Institut mit eigenem Preisaushang und eigenen Kontomodellen. Die Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg etwa nennt in ihrer Entgeltinformation vom 1. Oktober 2026 für das Modell M jährliche Gesamtentgelte von 71,40 Euro und für das Modell L 13,95 Euro im Monat, also 167,40 Euro im Jahr.[10] Im Modell M sind unter anderem Online-Banking, eine digitale Sparkassen-Card und eine bestimmte Zahl entgeltfreier Buchungen enthalten.[7] Eine andere Sparkasse kann ganz andere Modelle und Preise haben.

Was die Sparkasse vor Ort verlangt, steht in ihrer Entgeltinformation. Diese Übersicht muss jede Bank Ihnen nach § 5 Zahlungskontengesetz vor Vertragsschluss unentgeltlich zur Verfügung stellen.[11] Sie ist nach einem einheitlichen Muster aufgebaut, sodass sich die Preise verschiedener Institute nebeneinander legen lassen. Ergänzend hilft der BaFin-Kontenvergleich: Dort lassen sich alle Kontenmodelle einer Sparkasse anzeigen und nach Kontoführungsentgelt oder monatlichem Geldeingang filtern.[1]

Für junge Leute gelten bei vielen Banken eigene Konditionen. Welche Altersgrenzen und Nachweise dabei üblich sind, beschreibt der Livossa-Beitrag Girokonto für Studenten und Azubis.

Welche Bank bietet das beste Girokonto?

Welche Bank das beste Girokonto bietet, hängt von Ihrem Geldeingang, Ihrem Alter und den Karten ab, die Sie brauchen; ein Konto, das für alle am günstigsten ist, gibt es nicht. Wie stark das Ergebnis schwankt, zeigt ein hypothetisches Rechenbeispiel.

Annahmen (hypothetisch): Eine Person ist 30 Jahre alt, auf ihrem Konto gehen jeden Monat 800 Euro ein, und sie möchte eine Girocard für das Bezahlen im Inland. Gerechnet werden nur Kontoführung und Girocard über zwölf Monate, zu den Preisen vom 23. Oktober 2026. Abhebungen, Überweisungen am Schalter und Dispozinsen bleiben außen vor.

KontoKontoführung im JahrGirocard im JahrSumme im Jahr
C24 Smart0 Euro0 Euro0 Euro
DKB Girokonto (Bedingung von 700 Euro erfüllt)0 Euro11,88 Euro11,88 Euro
Commerzbank GiroKonto58,80 Euroenthalten58,80 Euro
Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Giro Privat M71,40 Eurodigitale Karte enthalten71,40 Euro
ING Girokonto (Bedingung von 1.000 Euro nicht erfüllt)58,80 Euro17,88 Euro76,68 Euro

N26 Standard fehlt in der Tabelle, weil die N26-Seite statt einer Girocard eine Mastercard Debitkarte nennt; die physische Karte kostet dort einmalig 10 Euro.[3] Mit 1.000 Euro Geldeingang statt 800 Euro sänke die Summe bei der ING auf 17,88 Euro, also auf den Preis der Girocard. Schon 200 Euro mehr Geldeingang im Monat verschieben die Reihenfolge damit deutlich.

Die Rechnung zeigt Preise, aber nicht alles, was ein Konto ausmacht. Neben den Kosten können Filialnähe, Bargeldeinzahlung, ein Dispokredit und der Service am Telefon für Sie den Ausschlag geben. Nach welchen Kriterien die Vergleiche hier entstehen, beschreibt die Methodik-Seite. Wer bewusst mehr für Leistungen wie eine Kreditkarte zahlen möchte, findet die Abwägung im Beitrag Premium-Girokonto mit Kreditkarte.

Welches Girokonto ist wirklich kostenlos?

Wirklich kostenlos ist ein Girokonto nur, wenn auch die Leistungen nichts kosten, die Sie tatsächlich nutzen. Das monatliche Entgelt umfasst bei jedem Kontomodell andere Dienstleistungen, und zusätzliche Entgelte können hinzukommen.[1] Vier Kostenstellen sollten Sie deshalb neben der Kontoführung prüfen:

  • Karten: Eine Girocard kostet bei der DKB 0,99 Euro und bei der ING 1,49 Euro im Monat, die physische Karte bei N26 einmalig 10 Euro.
  • Bargeld: N26 Standard enthält zwei kostenlose Abhebungen pro Monat in der Eurozone, C24 Smart vier. Wer häufiger abhebt, sollte das Entgelt für jede weitere Abhebung im Preisverzeichnis nachsehen.[2]
  • Aufträge auf Papier und am Schalter: Die Commerzbank berechnet 3,90 Euro je beleghafter Überweisung und je Bargeldein- oder -auszahlung am Schalter.[6]
  • Dispo: Ein höherer Sollzins ohne Aktivstatus kostet Geld, sobald das Konto ins Minus rutscht.
Vier Prüfpunkte neben einer Kontoführung von 0,00 Euro: Karte (DKB-Girocard 0,99 Euro im Monat), Bargeld (N26 Standard mit zwei freien Abhebungen pro Monat), Schalter (Commerzbank 3,90 Euro je Papierüberweisung) und Dispo (DKB 9,66 statt 9,06 Prozent ohne Aktivstatus).
Auch bei 0,00 Euro Kontoführung können Karte, Bargeld, Aufträge am Schalter und der Dispo Geld kosten; kostenlos bleibt das Konto erst, wenn alle vier zur eigenen Nutzung passen.

Einen neutralen Überblick über den ganzen Markt bietet der Kontenvergleich der BaFin. Die Finanzaufsicht betreibt ihn nach § 16 Zahlungskontengesetz entgeltfrei.[12] Er zeigt rund 6.900 Kontenmodelle von etwa 1.100 Anbietern für Privatpersonen in Deutschland. Die Banken müssen ihre Daten melden und sind für deren Richtigkeit selbst verantwortlich; eine Empfehlung spricht die BaFin nicht aus.[13] Vor der Kontoeröffnung bleibt deshalb die Entgeltinformation des einzelnen Kontos die verbindliche Quelle.

Zwei Prüfschritte bieten sich an. Schauen Sie auf Ihre Kontoauszüge der letzten zwölf Monate: Wie viel ging monatlich ein, wie oft haben Sie Bargeld abgehoben, und brauchen Sie eine Girocard? Legen Sie dann die Entgeltinformationen von zwei oder drei Konten nebeneinander und rechnen Sie mit Ihren eigenen Werten. Weitere Beiträge zu Kontomodellen und Gebühren sammelt Livossa in der Rubrik Girokonto.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es ein kostenloses Girokonto ohne Mindesteingang?

Ja. C24 Smart und N26 Standard verlangen laut ihren Anbieterseiten vom 23. Oktober 2026 weder einen Mindestgeldeingang noch eine Altersgrenze für die Kontoführung von 0 Euro. Entgelte können dort für zusätzliche Abhebungen oder eine physische Karte anfallen.

Was passiert, wenn der Mindestgeldeingang in einem Monat fehlt?

Dann berechnet die Bank für diesen Monat das reguläre Kontoführungsentgelt, bei der DKB 4,50 Euro und bei der ING 4,90 Euro. Bei der DKB steigt ohne Aktivstatus außerdem der Sollzins für den Dispo.

Zählt jede Überweisung als Geldeingang?

Nicht unbedingt. Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW von 2020 fand Banken, die nur Gehalt, Rente und Lohnersatzleistungen anerkannten. Fragen Sie vor der Eröffnung nach, welche Gutschriften Ihre Bank zählt.

Wo finde ich die genauen Preise eines Kontos?

In der Entgeltinformation, die jede Bank vor Vertragsschluss unentgeltlich herausgeben muss. Einen Überblick über alle gemeldeten Kontenmodelle bietet der Kontenvergleich der BaFin.

Wie aufwendig ist ein Kontowechsel?

Für den Wechsel gibt es eine gesetzliche Kontenwechselhilfe. Üblicherweise leitet die neue Bank den Wechsel auf Ihren Wunsch ein und stellt dafür ein Formular bereit; Sie müssen beide Banken dazu ermächtigen.

Quellen

  1. kontenvergleich.bafin.de
  2. c24.de
  3. n26.com
  4. dkb.de
  5. ing.de
  6. commerzbank.de
  7. spk-hef.de
  8. ing.de
  9. verbraucherzentrale.nrw
  10. spk-hef.de
  11. gesetze-im-internet.de
  12. gesetze-im-internet.de
  13. bundesfinanzministerium.de

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